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The Grat Divide Trail

Sommer 2003

Startpunkt:

Kakwa Lake Trailhead at km 37 of the Walker Forest Service Road, 23.08.2003
(aufgrund einer Strassensperrung wegen Arbeiten konnte nicht bis zum Ende der Strasse bei km 85 gefahren werden; vom Trailhead gehts dann nochmals 18 km bis zum Kakwa Lake, an dem der nördliche Endpunkt des GDT liegt)


Endpunkt:

Miette River Trailhead (Jasper NP, Alberta, Canada), 06.09.2003 (ca. 30 km nördlich von Jasper an der Strasse, Autostop nach Jasper)

 

Distanz:

~ 295 km

 

Kurzbeschreibung:

 

 

Great Divide Trail - Wer kennt diesen Trail schon?
Es handelt sich dabei um die kanadische Fortsetzung des Continental Divide Trail (CDT) der USA. Ähnlich wie der CDT besteht auch der GDT aus einer Verbindung von bestehenden Trails und neu geplanten Verbindungsteilen, Verbindungsteile, die teilweise noch nicht bestehen. Ebensowenig gibt es eine durchgehende Markierung. Während der CDT eine nationale Angelegenheit in den USA ist, handelt es sich beim GDT um eine fast private Unternehmung, die teilweise auch noch von den NP-Verwaltungen nicht gerne gesehen wird (siehe dazu im Führer von Dustin Lynx).

Ich hatte im Jahr 2000 bereits fix geplant, das ca. 300 km lange Endstück des CDT bis zur kanadischen Grenze (Glacier NP/Waterton NP) zu wandern. Flüge waren vorgemerkt (ging damals noch, prä 11.09.01), Anreise, Verpflegung und Wanderung geplant, doch dann ging praktisch der gesamte Staat Montana in Flammen auf. Gespannt habe ich damals die Nachrichten verfolgt, aber eine knappe Woche vor Abflug, als die Waldfeuer mehr denn je wüteten, habe ich dann die Flüge nicht bestätigt und kurzerhand ein Ausweichprogramm in Schweden/Norwegen (Teilbereich der "Nordlandsruta") durchgeführt.

Im folgenden Jahr bin ich dann mit einem Freund nach Island, 2002 habe ich den südlichen Teil des (nördlichen) Kungsled durchwandert und Anfang 2003 habe ich mich arbeitsmäßig selbständig gemacht, wodurch ein vierwöchiger Urlaub erstmal in weite Ferne gerückt war. Da mir Kanada sowieso immer besser gefallen hat, als die USA, habe ich mich dann umgesehen und bin auf den kanadischen GDT, sozusagen als Ersatz für den CDT gestossen. Da die Logistik in Kanada im Allgemeinen einfacher zu organisieren war, würden 3 Wochen mehr als ausreichen.

Wie immer fiel mein Interesse auf die Endpunkte; der südliche End-/Startpunkt im Waterton NP habe ich sofort ausgeschlossen, da zu überlaufen. Damit kam nur mehr der nördliche Endpunkt in Frage. Und damit begannen, eigentlich erstmals in Kanada, die logistischen Probleme.

Ging leider nicht alles so wie geplant!

Ich studierte die verschiedenen Möglichkeiten in den Park zu gelangen und Verpflegungsdepots entlang des Trails anzulegen. Hubschrauber wäre das Einfachste und Beste gewesen; für mich allein aber zu teuer. Strider Adventures (Dan Hunter) führte passend zu meinem Terminplan eine Gruppe in den Park; konnte gegen eine kleine Gebühr mit ihm in den Park kommen, seine Packlamas würden einige Kilos meines Gepäcks bis zum Kakwa Lake tragen. Mit einem anderen Outfitter/Guide vereinbarte ich, dass er ein Verplegungsdepot am Bess Pass anlegen würde; die entsprechende Verpflegung bestellte ich bei MEC und ließ sie ihm direkt zusenden. Bei der Parkverwaltung des Jasper NP bestellte ich ein Permit. Die Flüge nach Prince George und von Edmonton waren gebucht. Also eigentlich alles in Ordnung.

Mitnichten. Der Guide hatte Probleme das Verpflegungsdepot anzulegen. Die in den Karten eingezeichneten Zugangstrails zum Bess Pass waren nur in den Karten vorhanden. Schlussendlich verständigte er mich nach meiner Ankunft in Prince George, dass er nicht in der Lage war, das gewünschte Depot anzulegen. Er brachte mir dann die Verpflegung am nächsten Morgen zum Ausgangspunkt der Walker Creek Road am Yellowhead Highway 16. Damit stieg dann mein Rucksackgewicht auf leichte 27 kg + Fotoausrüstung.

Von der Abzweigung ging es dann per Vierrad entlang der Walker Creek Road Richtung Trailhead. Nächstes Problem. Unwetter hatten verschiedenen Brücken beschädigt und man konnte den Trailhead am Buchanan Creek nicht per Auto erreichen. Ca. 15 km vorher war Ende. Konsequenz: ein Tag mehr zu gehen.

Die sog. Tote Road (urspünglich angelegt für einen Steinbruch in der Nähe von McGregor Pass) war größtenteils einfach zu begehen. Ausnahme zwei überflutete Teilstücke von einigen Metern sowie weggewaschene Stücke, die auf Steigen im Wald umgangen werden mussten.

Gegen Mittag des zweiten Tages verabschiedete ich mich am McGregor Pass von Dan Hunter und seinen Gästen, da ich noch einige Kilometer bis zum Surprise Pass hinter mich bringen wollte. Die Watstelle am Ausfluss des Kakwa Lakes war einfach und der Weg bis Kakwa Pass relativ leicht zu finden, da unter anderem auch mit roten Bänder an Büschen und Bäumen markiert.

Ich folgte dem offensichtlichen Trail, bestätigt auch durch die roten Bänder, und kam gut voran. Nach einigen Stunden kamen mir aber dann doch Zweifel. Karte und Umgebung stimmten nicht mehr ganz überein. Eine Kontrollmessung mit dem GPS gab mir dann Sicherheit: ich war auf dem falschen Weg. Dieser Trail führte offensichtlich entlang des Buchanan Creek Richtung Trailhead. Hektische Eingabe der aus der Karte herausgemessenen Koordinaten des Broadview Lake campgroundes (eigentlich hätte ich weiter bis zum Surprise Pass kommen wollen) und querfeldein dem GPS folgend zum Broadview Lake campground. Kurz vor der Dämmerung ereichte ich den angepeilten Punkt. Der campground wurde offensichtlich von Pferdeoutfittern genützt.

Am nächsten Tag los und über den Providence Pass Richtung Cecilia Lake. Auf den trockenen Hochweiden (in Passnähe) war es ein wunderbares Wandern; an den feuchten, schattigen Stellen und im Wald musste ich am eigenen Leib erfahren, was Pferdetrekker aus einem Trail machen. Der Trail bestand an diesen Stellen aus knietiefem Morast (konnte auch nicht umgangen werden) und noch tieferen Löchern zwischen den Baumwurzeln. Mit dem schweren Rucksack eine Quälerei. Der Cecilia Creek wurde durchwatet und weiter ging es Richtung Surprise Pass. Bald begann mein rechtes Knie zu schmerzen und ich war zu einer Entscheidung gezwungen. Meine Optionen waren:

a) ein Medikament einnehmen und weitergehen. Das Risiko dabei bestand in der Tatsache, dass ich ab jetzt immer zumindest drei bis vier Tagesmärsche von der nächsten Strasse entfernt sein würde (falls die eingezeichneten Pfade begehbar waren, siehe Verpflegungsdepot oben) oder

b) umkehren und gerade noch Dan Hunters Gruppe beim Rückmarsch erreichen und somit den 80 km Marsch über die Walker Creek Road zum Highway im Auto zurücklegen zu können. Der geplante Hike wäre damit natürlich i.A. gewesen.

Nach Abwägung der Situation entschied ich mich für die sichere Variante und drehte um. Eine Übernachtung am Broadview Lake im Regen und am Abend des folgenden Tages war ich wieder am Kakwa Lake. Beim Rückmarsch fand ich auch heraus, wo ich falsch gegangen war. Ich hatte nichts offensichtliches übersehen; die Abzweigung war nur durch ein ausgebleichtes Bändchen in einem Busch gekennzeichnet, sichtbarer Weg existierte nicht. Am Kakwa Lake übernachtete ich in der Warden Cabin, da ich nach anderthalb Tagen im Regen keine Lust mehr hatte feucht im Zelt zu übernachten.

Am nächsten Tag ging es ab Richtung Trailhead und am Tag darauf erreichten wir dann die geparkten Autos mit denen es nach Prince George ging. Eine Übernachtung in einem dortigen Hotel und eine telefonische Flugbuchung nach Edmonton brachten mich am darauffolgenden Tag nach Edmonton (der Flug war nicht wesentliche teuerer als der Greyhoundbus, ersparte mir aber 8 Stunden im Bus mit meinem schmerzenden Knie). Zwei Tage in Edmonton und dann ging es nach einer Umbuchung des Hauptfluges (damals war so etwas auch bei den günstigen Flugtickets noch möglich) früher als geplant nach Hause.

Statt der geplanten 300 km hatte ich ca. 150 km gemacht. Natürlich war ich enttäuscht, bin aber überzeugt die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Einiges habe ich dabei gelernt. Sollte ich nochmals den Trail versuchen, würde ich erstens zu zweit gehen, da der Trail viel rauher ist als erwartet und zweitens mit dem Hubschrauber zum Kakwa Lake fliegen (damit wäre auch die Einrichtung des Verpflegungsdepots beim Hinflug leicht möglich). Außerdem habe ich gelernt, dass ein Rucksackgewicht von mehr als 20 kg für mich nicht mehr tragbar ist; die Entzündung im Knie schreibe ich nämlich hauptsächlich dem zu schweren Rucksack zu.

Bildgalerie
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Literatur:

 

 

Hiking Canada's Great Divide Trail - Revised and updated, Dustin Linx, 2. Ausgabe 2007, Rocky Mountain Books, ISBN 978-1-894765-89-3 (Detaillierter und meines Wissens einziger Führer zum Trail; ich hatte damals die Ausgabe von 2000 zur Verfügung. Ich weiss nicht inwieweit sich die neue Ausgabe von der damaligen unterscheidet.)

 

Links:

Strider Adventures - Outfitter, der Trips in den Kakwa PP anbietet
Jasper National Park of Canada - Offizielle Seite
Kakwa Provincial Park of British Columbia - Offizielle Seite

Die Websites, die ich damals als Informationsquelle verwendet habe, sind in der Zwischenzeit größtenteils nicht mehr unter den damaligen Adressen online. Bitte daher selbst mit Google nach aktuellen Links suchen. Sorry!

 

 

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