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Yukon - The Trail of '98

Sommer 2010

 

Anreise:

07.08.2010 von München über London und Vancouver nach Whitehorse

 

Heimreise:

24.08.2010 von Whitehorse über Vancouver und London nach München

 

   

Kurzbeschreibung:

 

 

Mein Freund Bernd (siehe auch "Canol Heritage Trail 1999") wurde heuer 50 und alle Freunde haben zusammengelegt, um ihm eine Reise nach Kanada zu schenken.
Ich habe den Reiseverlauf zusammengestellt und da ich aufgrund meiner rekonstruierten Ferse und Kniescheibe keine längeren Treks riskieren kann, habe ich einen kurzen Trek (Chilkoot Trail = 2,5 Tage, 53 km) ausgewählt und dann eine Kanufahrt auf dem Yukon bis nach Dawson. Das ist praktisch der Trail, dem die Goldsucher beim Goldrush von 1898 gefolgt sind (der Teil von Bennett Lake bis zu unserem Einsetzpunkt Minto auf dem Yukon mal ausgenommen). Den Kanutrip habe ich über Canadian Wilderness Adventures beim gleichen Veranstalter (Sea to Sky Expeditons) gebucht, mit dem ich damals den Bowron Lakes Circuit gemacht habe.
Für den Kanutrip hat es keine weitere Vorbereitung gebraucht, da alles inbegriffen ist.
Anders was den Chilkoot Trail angeht. Im Gegensatz zu vor 15 Jahren ist der Trail nunmehr weitaus stärker reglementiert. Es wird nur mehr eine beschränkte Anzahl von Wanderern pro Tag auf den Trail gelassen, davon nur ein geringer Prozentsatz von sog. "walk-ins", d.h. Wanderer ohne Vormerkung. Alle anderen müssen sich vormerken, natürlich gegen Bezahlung einer Gebühr, und dabei auch die Übernachtungszeltplätze angeben. Dafür ist es einfacher die Fahrt nach Skagway zu organisieren, wobei auch dabei eine Vormerkung unumgänglich ist, um ja auch den Zug von Bennett nach Carcross (wie in unserem Fall) oder nach Log-Cabin bzw. Fraser an anderen Wochentagen benützen zu können. Natürlich ist es gegenüber 1995 deutlich teuerer geworden. Weiters war die Verpflegung bei MEC zu bestellen und an die Hoteladresse in Whitehorse senden zu lassen wie auch einige noch fehlende Ausrüstungsgegenstände für den Kanutrip (Paddelhandschuhe und Neoprensocken).
Vor der definitiven Buchung von Kanutrip usw. mussten natürlich die Flüge gebucht werden. Direktflüge mit Condor nach Whitehorse kamen für die Hinreise nicht in Frage (keine Flüge am Samstag und am Donnerstag hinzufliegen wäre einfach zu früh gewesen) und bei Hin- und Rückflüge getrennt zu buchen, wäre zu teuer gewesen. So gab es Hin- und Zurück mehrfaches Umsteigen (in London und Vancouver) mit jeweils langem Aufenthalt in Vancouver (Hin 9 Stunden, zurück 8 Stunden).
Insgesamt verlief dann alles wie geplant. Hin- und Rückreise, Aufenthalt in Whitehorse, Chilkoot Trail und Kanutrip. Dazu mehr nachstehend.

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Chilkoot Trail

10. - 12.08.2010

   

Kurzbeschreibung:

 


Wie schon oben geschrieben, hat sich in den letzten 15 Jahren einiges verändert. Einiges ist nun einfacher, wenn auch weitaus teuerer (nach Skagway zu gelangen), anderes komplizierter (Einreise nach Alaska, Quota-System auf dem Trail). Ein weiteres Detail ist mir trotz der vielen vergangenen Jahre in Skagway sofort aufgefallen. Das halbe Dorf scheint nun aus Juweliersgeschäften zu bestehen; alle mit Sonder- und Lockangeboten für Kreuzfahrtgäste.
Nach der obligaten Registrierung mit zugehöriger Belehrung, auch was die Meldepflicht bei der Einreisebehörde nach Vollendung des Trails angeht, wurde die Fahrt zum Trailhead organisiert und dann für das leibliche Wohl gesorgt und das Dorf besichtigt.
Um 17:00 h dann Fahrt zum Campingplatz am Trailhead (jetzt gibt's auch eine Lodge dort!) und neuerlicher Belehrung durch einen Ranger.
Am nächsten Morgen ging's dann endgültig los. Anmarsch zum eigentlichen Trailhead (ca. 1/2 km), obligatorisches Foto und dann der erste steile Anstieg mit anschließendem Abstieg. In dieser Tonart ging es dann den ganzen Tag bis zum Sheep Camp. In dieser Hinsicht war alles gleich geblieben, wenn auch der Trail selbst nunmehr besser ausgebaut ist (teilweise Plankensteige wie in Lappland; auch eine Trailcrew war am Werk). Der Trail verläuft ausschließlich durch Wald; der Blick auf die seitlichen Hängegletscher war durch die tiefhängenden Wolken eingeschränkt. Dieser Teil des Trails ist sicher der am wenigsten interessante. Wie gesagt Wald, dauerndes Auf und Ab und meist eher bescheidenes Wetter. Sheep Camp wurde in der Zwischenzeit auch 1/2 km weiter Wegaufwärts verlegt und mit hölzernen Zeltplattformen versehen (wie auch alle anderen Campsites). Abends wieder Belehrung durch die Rangerin (früh starten, spätestens um 7 Uhr; manche brauchen bis Happy Camp 12 Stunden usw.).
Am Morgen starten wir zwar nicht um 7 Uhr, aber immerhin um viertel nach sieben. Trotzdem sind wir die letzten; die Ratschläge der Rangerin haben anscheinend gefruchtet. Das Wetter ist weiterhin bescheiden und es sieht aus, als ob es jede Sekunde zu regnen beginnen würde. Bereits eine Stunde nach Start überholen wir die ersten; am Pass haben wir alle eingeholt. Beim Aufstieg zum Pass beginnt es zu nieseln und die Sicht hat sich soweit reduziert, dass wir gerade von einer Markierungsstange zur nächsten sehen. Als berggewohnte Wanderer bringt uns der steile Anstieg über die Steinblöcke zwar etwas ins Schwitzen (besonders in den Gore-Tex-Klamotten), ist aber ansonsten nicht so schlimm. Am Pass serviert der kanadische Ranger dann heißes Wasser und kümmert sich um die teilweise erschöpften Wanderer. Inzwischen verstehe ich, warum manche bis zu 12 Stunden brauchen. Wir machen schnell Platz für nachkommende und gehen weiter.
Jetzt beginnt der schönste Teil des Trails. Bald nach dem Pass klart das Wetter auf und die Sonne kommt heraus. Wir sind deutlich ober der Waldgrenze und das Gelände erinnert stark an das schwedische Fjäll. Seen, plankpoliertes Gestein, dann langsam etwas grün und Blumen. Nach insgesamt vier Stunden erreichen wir Happy Camp (2 Stunden bis zum Pass, 2 bis zum Camp, abwärts sind wir immer etwas langsam). Nach kurzer Rast geht es weiter. Bis Deep Lake bleibt es hochgebirgsartig, dann beginnt der Weg so langsam wieder in den Wald einzutauchen (lichter Zirbenwald, nicht der dichte boreale Regenwald der alaskanischen Seite). Das letzte Stück bis Lindeman City zieht sich, wenn der Weg auch teilweise einer Promenade gleicht. Nach ca. 9 Stunden erreichen wir Lindeman City. Unterwegs haben wir auch eine neue Termarest-Matratze gefunden, die wir bei den Rangern abgeben. Insgesamt bin ich jetzt doch etwas erschöpft. War ein langer Tag mit insgesamt über 1100 Höhenmetern Aufstieg.
Am nächsten Tag wieder früh los, da wir den Zug um 12:00 h erreichen müssen. In leichtem Auf und Ab geht es, den Lake Lindeman immer in Sichtweite, durch lichten Wald; erst ab ca. 3/4 Wegstrecke verlässt der Weg etwas mehr den See. Wir hören bereits den Zug pfeifen und wandern zeitweise am alten Bahndamm entlang. Über einen Hügelrücken (mit Sanddünen) erreichen wir den Aussichtspunkt mit dem ersten Blick auf den Lake Bennett und etwas später auf Bennett selbst. Ein letzter Abstieg bringt uns an der historischen Kirche vorbei nach Bennett. Angekommen. Im Bahnhofsgebäude in Bennett gibt es einen eigenen Speisesaal mit Sondermenue für Chilkoot Hiker (Can$ 20,00 für Suppe, Stew, Kuchen, Wasser und Kaffee; Nachschlag soviel man will). Im Zug, der pünktlich um 12:15 h startet (Traintime, entspricht Alaskan Time, nicht lokale Zeit), ist ein eigener Wagon für die Hiker reserviert. Gemütlich geht es nun 2 Stunden den Lake Bennett entlang bis nach Carcross. Mittendrin passieren wir die Grenze von British Columbia nach Yukon (Schild auf Insel). Ein passender Abschluss des Trail. Vor 15 Jahren fuhr der Zug nur zurück nach Skagway, der Teil nach Carcross war damals noch nicht wieder in Betrieb genommen gewesen. Achtung der Zug fährt nur zweimal die Woche nach Carcross, die anderen Tage fährt er von Carcross kommend nach Skagway; dann ist die Abfahrtszeit um 14:00 h.
Insgesamt ein toller Trail, vor allem was die kanadische Seite angeht. Kurz (53 km), historisch interessant, einfach (nur Aufstieg zum Pass weglos und steil), viele machen den Trail in 3 1/2 Tagen (Start - Sheep Camp - Happy Camp - Bare Loon Lake - Bennett), wodurch das anstrengendste Stück über den Pass kürzer ist. Der Campplatz am Bare Loon Lake ist auch wunderbar gelegen, sogar mit Mückenzelt. Der Trail und die gesamte Logistik kann vorab über Internet problemlos organisiert werden. Alles in allem würde ich den Trail für Anfänger empfehlen. Mit Anfänger ist nicht jemand gemeint, der keine Wandererfahrung hat, sondern jemand der bisher eher organisierte Treks gemacht hat und nun auch einmal eigenständig etwas unternehmen möchte. Allen viel Glück.
Der Trail war es wert ein zweites Mal gemacht zu werden..

 

Literatur:

 

Chilkoot Pass - The Most Famous Trail In The North, Rev. and expanded edition (December 12, 1980), Archie Satterfield, Alaska Northwest Books, ISBN 978-0-88240-109-6

USA/Kanada: Chilkoot Trail. OutdoorHandbuch, 2. Auflage 2005, Dieter Reinmuth, Conrad Stein Verlag, ISBN 978-3-89392-360-1

Der Zauber des Klondike: Zu Fuß über den Chilkoot Pass und im Kanu auf dem Yukon - Ein Abenteuer in Kanadas Norden, Auflage: 1 (2003), Simone Pöschel, Books on Demand Gmbh, ISBN 978-3-83301-074-3

 

Links:

 


Parks Canada - Chilkoot Trail National Historic Site of Canada

US National Park Service - Chilkoot Trail

White Pass & Yukon Route Railroad

Es gibt einen eigenen Chilkoot Trail Hikers Service!

 

 

 

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Canoeing the Yukon River

14.08. - 23.08.2010

   

Kurzbeschreibung:

 


Nachdem wir vom Chilkoot Trail zurück gekommen waren, konnten wir uns einen Tag ausruhen und noch ein bisschen Shopping betreiben und abends wiedermal gut essen (Arctic Char). Am Abend des Vortages gab es ein kurzes Briefing (allgemeine Info, Paddeltechnik, Übergabe der Drybags usw.). Am nächsten Morgen Start mit einem Minivan Richtung Einsetzstelle (Minto). Unterwegs gibt's natürlich den Stop bei der Braeburn Lodge wegen der "weltgrößten" Cinnamon Buns. Da gibt es neben diesen Buns auch die einzige, nicht so freundliche Bedienung des ganzen Yukon :-).
An der Einsetzstelle folgt nach dem Mittagessen das Einsetzen, will heißen Ausladen Van, alles zum Fluss hinuntertragen, Kanus beladen und endlich der Start.
Ich will nicht den ganzen Verlauf Tag für Tag beschreiben. Für den Ablauf verweise ich auf die Tourbeschreibung und die Bildgalerie. Kurz zusammengefasst: Anfangs super Wetter, dann zwei Tage durchgehenden Regen, dann wieder gutes Wetter. Tiere nicht besonders kooperativ; zwar konnten wir Dallschafe, Bergziegen und einen Schwarzbären beobachten, aber alle nur von sehr weit weg. Bei der Bergziege mussten wir längere Zeit mit dem Fernglas beobachten, ob es sich auch wirklich um eine Bergziege und nicht ein junges Dallschaf handelt. Zusammengefasst muss ich sagen, dass ich das Kanufahren auf Seen bevorzuge, trotz der damit normalerweise verbunden Portagen und der größeren Anstrengung (keine hilfreiche Strömung). Insgesamt waren die Kanutrips auf Seen einfach interessanter (Bowron Lakes Circuit, Dalslandkanal, Algonquin PP).
Abschließend noch ein Wort zu den Veranstaltern. Bin bereits das zweite Mal mit Sea-to-Sky Expeditions unterwegs und zum vierten Mal einen Trip über Canadian Canoe and Kayak Trips Wilderness Adventures gebucht. Kann beide nur uneingeschränkt empfehlen.

 

Literatur:

 

Kanada: Yukon Kanu- und Floßtour. OutdoorHandbuch, 4. Auflage 2006, Dieter Reinmuth, Conrad Stein Verlag, ISBN 978-3-86686-019-3

Abenteuer Yukon Territorium, Band 1: Yukon River, Auflage: 1, Hans-Christian Bues & Eckhard Barth,Books on Demand Gmbh, ISBN 978-3-8370-8284-5

Der Zauber des Klondike: Zu Fuß über den Chilkoot Pass und im Kanu auf dem Yukon - Ein Abenteuer in Kanadas Norden, Auflage: 1 (2003), Simone Pöschel, Books on Demand Gmbh, ISBN 978-3-83301-074-3

 

Links:

 


Canadian Canoe and Kayak Trips Wilderness Adventures

Sea to Sky Expeditions

 

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