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Dalsland Kanal

Sommer 2008

Startpunkt:

Krokfors (Dalsland, Schweden), 23.08.2008

 

Endpunkt:

Krokfors (Dalsland, Schweden), 29.08.2008

 

Distanz:

~ 90 km

 

Kurzbeschreibung:

 

 

Bereits das zweite Jahr hintereinander finde ich mich wieder auf dem Wasser. Für einen bekennenden nicht Wasserurlauber (als Bewohner eines Gebirgslandes wie Südtirol zwar nicht unbedingt normal, aber zumindest erklärbar; die Berge sind nun mal näher und in den Bergen ist es nicht so heiß wie am Meer) mehr als ein Zufall. Wie und warum ich letztes Jahr (2007) auf dem Wasser gelandet bin, erkläre ich dort (Bowron Lakes 2007). Die heurigen Gründe sind etwas verschieden davon.

Im November 2007 hatte ich einen schweren Kletterunfall in der Halle, was dazu führte, dass ich den für Dezember 2007 geplanten Trekkingurlaub in Patagonien stornieren musste. Zum Glück war ich versichert und die Versicherung hat problemlos die Kosten übernommen. Nachdem ich mich halbwegs erholt hatte, plante ich einen Urlaub auf Spitzbergen für Sommer 2008 (nur Tageswanderungen mit der Möglichkeit auch mal einen Tag auszulassen) und hatte dafür auch schon die Flüge gebucht. Nichtsda! Im Mai 2008 kamen weitere Gesundheitsprobleme dazu und ich musste auch diesen Urlaub stornieren. Nachdem ich mich bis Anfang August halbwegs wieder erholt hatte, suchte ich kurzfristig nach einem Urlaub, der wenig mit Wandern zu tun hatte und nicht allzuweit von der Zivilisation wegführen würde. Das hieß für mich entweder mit dem Rad oder mit dem Kanu. Schlussendlich hatte ich zwei Trips herausgefiltert:

a) ein einwöchiger Kanutrip in Südwestschweden mit Rucksackreisen Münster oder
b) entlang des Donaukanales von Passau nach Wien mit dem Rad.

Südwestschweden ist zumindest etwas im Norden und hat den Anschein von etwas Wildnis. So entschied ich mich für den Dalsland Kanal, buchte den Trip bei Rucksachreisen und den Flug bei KLM (München - Amsterdam - Oslo). Zuerst schien alles nach Plan zu gehen: Anreise nach München, Flug nach Amsterdam, Boarding Flug nach Oslo, Start. Aber dann begann das Pech. Nach knapp der Hälfte des Fluges nach Oslo kam die Durchsage vom Kapitän. Rückkehr aus Sicherheitsgründen nach Amsterdam. Wie ich etwas später bei einem Blick aus dem Fenster erkannte, war das Flugzeug bereits vor der Durchsage umgekehrt (Die Sonne stand immer noch auf der gleichen Seite des Flugzeuges). Die Stewardessen ließen die Passagiere in die Nähe der Notausstiege rücken; eine Frau wurde hysterisch. Es ging aber alles glatt. Wir mussten aber in Amsterdam übernachten, da nach Aussage von KLM am gleichen Abend kein Flug mehr nach Oslo ging. Damit war mein Kanuurlaub halb gestorben, da ich um acht Uhr morgens im Hotel in Oslo abgeholt worden wäre. Einzige Möglichkeit: in Oslo versuchen einen Zug nach Årjäng zu nehmen und von da mit einem Taxi zum Einsetzpunkt in Krokfors zu kommen, möglichst vor 14:00 h. Schien nicht unmöglich. Nächsten Tag frühmorgens Abflug und um kurz vor neun Uhr Ankunft am Flughafen Oslo. Was aber KLM nicht mitgeteilt hatte, nicht in Oslo-Sandefjord, sondern in Oslo-Gardemoen. Wäre nicht weiter schlimm gewesen, von Oslo-Gardemoen gibt es direkte Zugverbindungen nach Oslo. Was aber schlimm war und alle Hoffnung zu nichte machte, war die Tatsache, dass KLM mein Gepäck in Amsterdam gelassen hatte. Blieb nichts anderes übrig, als alles abzublasen und heimzufahren.

Am Abend war ich wieder zu hause, ohne Gepäck. Mein Gepäck erreichte Oslo-Sandefjord am Sonntagnachmittag und wurde dann nachgeschickt. Es waren allerhand Telefonate notwendig um das Gepäck bis Dienstagnachmittag wieder zu haben. Ich hatte nämlich vor das Ganze nochmals zu versuchen und zwar am darauffolgenden Wochenende.

Diesmal flog ich mit Ryan Air von Bergamo Orio direkt nach Oslo Sandefjord. Ging perfekt; war zwar etwas teuerer als KLM, aber Check-out war in einer 1/4 Stunde erledigt und auch das Gepäck war da (ansonsten bietet Ryan Air wirklich nichts: so eng bin ich nicht einmal bei Iberian Air gesessen). Der Transfer nach Oslo mit Bus war ebenfalls ohne Probleme und so konnte am nächsten Morgen der Kanutrip beginnen.Ich wurde pünktlich abgeholt und die Fahrt von Oslo zum Startpunkt Krokfors an der Schleuse zwischen Västra und Östra Silen ging problemlos über die Bühne. Angekommen wurde sofort umgepackt und die Kanus mit Kanuwägen zum Einsatzpunkt gerollt. Am frühen Nachmittag wurde zu Wasser gelassen und der Urlaub fing richtig an.

Die Abschnitte des Kanutrips können anhand der Karte nachverfolgt werden. Insgesamt war der Trip problemlos. Das Wetter war meistens gut, so gut, dass fast jeden Tag im See gebadet werden konnte. Regen gabe es nur an einem Tag und da hauptsächlich nachmittags. Außerdem ist Regen bei einem Kanutrip nicht so problematisch wie bei einem Trekking. Die Gruppe war in Ordnung, die Etappen von angenehmer Länge. Bei den Schleusen hatten wir Gelegenheit etwas einzukaufen; auch sonst waren wir nie weit von der Zivilisation entfernt. Wir konnten die Strassen zwar praktisch nie sehen, aber manchmal den Motorenlärm. Die Portagen stellten auch kaum ein Problem dar und waren sogar meist geteert (da sie über Nebenstrassen verliefen). Es gab nur kleinere Probleme, wie z.B. am vorletzten Tag, als der Zeltplatz, den wir anliefen, seit dem Erscheinen des Führers, den unserer Guide verwendete, gestrichen worden war. So mussten wir weiterpaddeln, hatten aber Glück, dass der nächste Platz erstens frei war und zweitens auch noch schön gelegen (hatten wir bereits auf der Hinfahrt benutzt.

Auch die Rückreise verlief problemlos.

Fazit: Ein Kanutrip, der vor allem Anfängern empfohlen werden kann; mit ein bisschen Vorbereitung auch in Eigenregie.

Der Anbieter Rucksackreisen Münster bietet ein gutes Preisleistungsverhältnis und ist freundlich bei der Buchung. Natürlich kann man nicht den gleichen Standard verlangen wie zum Beispiel bei kanadischen Anbietern (Bowron Lakes Circuit). Der Guide war hauptberuflich Polizist und hatte das Paddeln wahrscheinlich größtenteils aus der Praxis gelernt. Es gab daher keine Einführung in die Paddeltechnik; aufgrund des problemlosen Umfeldes auch kein großer Nachteil. Mithilfe beim Kochen war notwendig, aber auch gerne geleistet. Für mich einziger Minuspunkt war das Handling des Abspülens. Aus Umweltschutzgründen wurde das Kochgeschirr inkl. Töpfe nur mit Wasser und Sand ohne Putzmittel gereinigt. Es gibt genug Techniken, wie man Putzmittel umweltgerecht einsetzen bzw. das Schmutzwasser entsorgen kann. Ich bin der Meinung, dass der Fettfilm, der mit Sand nie ganz entfernt werden kann, nicht besonders appetittlich ist. Auf der anderen Seite wurde das Baden in den Seen und die damit verbundene Verwendung von Shampoos/Seife nicht weiter thematisiert. Etwas inkonsequent. Aber, wie bereits gesagt, ein kleineres Minus. Insgesamt eine gute Bewertung für den Veranstalter.

 

 

Literatur:

 

 

Schweden: Dalsland Kanal, Outdoor-Handbuch Band 63 - Der Weg ist das Ziel, 3. überarbeitete Auflage 2007, Lars Schneider, Conrad Stein Verlag, ISBN 987-3-86686-063-6
Behandelt neben den üblichen Reiseinformationen die wichtigsten Ortschaften sowie im Detail drei Kanutouren. Wer seine Touren selbst zusammenstellen will, sollte besser (oder auch zusätzlich) zu folgender Publikation greifen:

Kanuland: Dalsland-Nordmark, 3. Auflage Mai 2005 (mit Einlegeblatt betreffend letzte Informationen Stand 2007 zu verschiedenen Campplätzen), Naturcentrum AB/Dalslands Kanal AB, ISBN 91-85221-04-X
Enthält vor allem 10 Kartenblätter im Maßstab 1:100.000 mit den offiziellen Camps, die von Dalslands Kanal AB eingerichtet sind. Die obige Karte stellt einen Ausschnitt dar.
Erhältlich ist die Publikation entweder über Globetrotter, Hamburg oder bei Dalslands Kanal AB, Kyrkogatan 14, S-662 31 Åmål, Sverige


Links:

Rucksack Reisen Münster
Dalslands Kanal AB


 

 

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